Vom Haben zum Sein

Unsere Menschengemeinschaft befindet sich am Scheideweg. So mancher hat erkannt, dass uns unser Haben-wollen immer in tiefere Abhängigkeiten und Frustrationen führt.

Unser hungriger Geist rennt von einem Wunsch zum anderen und kommt doch nie an. Lange konnten wir uns vorgaukeln, dass, wenn sich der nächste Wunsch erfüllt, wir endlich glücklich sind. Wir glaubten, mit den Dingen spielen zu können und merkten nicht, dass die Dinge schon längst mit uns spielen, dass wir uns in fester Hand eines Wirtschaftssystems befinden, welches uns Glück durch Haben verspricht.

Die meisten Menschen lieben nicht was sie tun und nach der Arbeit, belohnen sie sich mit noch mehr Kleidung, einem noch ausgefalleneren Urlaub, einem  dickeren Auto usw. Unsere Kinder sind alleine und wenn sie traurig sind, gehen die Eltern mit ihnen in den Spielzeugladen, letztendlich um die eigene Traurigkeit nicht fühlen zu müssen. Wir vergleichen uns mit denen, die noch mehr haben, dabei übersehen wir, dass die die mehr haben nicht unbedingt glücklicher sind.

Es ist höchste Zeit inne zu halten und uns ein paar wesentliche Fragen zu stellen. Vielleicht ist die wichtigste Fragen in unserem Leben diese:

„Wer will ich sein?“

Das ist keine Frage die sich nach aussen richtet,- an einen Titel oder an ein Image. Das ist eine Frage, die unsere Essenz und unser Herz berührt. Die Liebe interessiert sich nicht für unsere Identifikationen und Abgrenzungen. Es ist ihr egal, ob wir Deutsche, Italiener oder Russen sind. Es ist ihr egal, wieviel Geld wir verdienen und wie gut wir gekleidet sind, es ist ihr sogar egal, ob wir Christen, Buddhisten, Moslems oder Atheisten sind.

Die Zeiten der Konkurrenz, der Einzelanstrengung und des Kampfes sind vorbei. Wir sind aufgefordert aus einer „Ich-Gesellschaft in eine Wir-Gemeinschaft hineinzuwachsen und zwar in allen Bereichen unseres Lebens. Es ist an der Zeit unsere Angst zu umarmen, unseren unruhigen Geist nach Hause zu holen und lieben zu lernen,- beginnend mit uns selbst.

Jede/r von uns ist aufgerufen, aufzustehen und das Hamsterrad von „anders“, „besser“, „mehr“ zu durchbrechen und sein inneres Licht in die Welt zu bringen. Es ist in jedem von uns.

Wenn wir uns der Frage stellen:. „Wer will ich sein?“, können wir langsam aber sicher unsere Fassade fallen lassen, um zu dem zu werden, wonach wir uns wirklich sehnen. Dann hören wir endlich auf uns mit der ganzen Welt um uns her zu vergleichen, uns zu ver- und beurteilen und zu verbiegen.

So bereiten wir den Weg für unsere Selbstliebe, beginnen echtes Mitgefühl zu leben und uns selbst und allen anderen zu vergeben. Am Ende unseres Lebens werden wir all‘ unseren Besitz und unsere Titel sowieso loslassen müssen. Wir werden uns die Frage stellen:

  • „Was war mein Beitrag, dass die, die nach mir kommen in Frieden und Freude weiterleben können?
  • „Was war mein Beitrag,- was hatte die Welt davon, dass es mich gab?“

Ein Mensch der glücklich sein will braucht Zugang zu seinen inneren Träumen und seiner Schöpferkraft. Er braucht die Bereitschaft eingefahrene Muster zu durchbrechen, wie die Fähigkeit zu vergeben und das Wissen, dass er gebraucht wird und dass sein Leben wesentlich ist.

Bist du bereit?

Mit herzlichen Grüssen,

Johanna

3 Gedanken zu “Vom Haben zum Sein

  1. ..genau so ist es.
    Die aller, aller größte Angst auf der Welt, ist wohl die Angst vor Berührung und vor Liebe.
    Die größten Mauern und Masken welche Menschen errichten, sind die Mauern gegen die Liebe.
    Wozu?
    Liebe ist, wenn wir mit weiten Armen E M P F A N G E N .
    Geben durch Empfangen.

    Danke Nanette

  2. Hallo johanna und tom,
    es ist doch immer wieder sehr bereichernd, inspirierend und berührend euren wochengedanken zu lesen!
    vielen dank dafür!

    liebe grüsse und eine feste umarmung aus biel
    jürg

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